Healing from Healing ist ein Kunstprojekt des Vereins subvolée, das sich mit der wachsenden Präsenz von Healing-, Coaching- und Selfcare-Angeboten – insbesondere auf Social Media – auseinandersetzt.
Ausgangspunkt des Projekts ist die Beobachtung, dass Praktiken der Selbstoptimierung, Achtsamkeit und Spiritualität zunehmend digital vermittelt und vermarktet werden.
Healing from Healing untersucht diese Phänomene und übersetzt sie in eine performative Erfahrung im öffentlichen Raum.
Im Zentrum steht die Frage, warum „Heilung“ heute so häufig als individuelle Aufgabe verstanden wird und zunehmend in Form von Dienstleistungen, Kursen und Coaching-Angeboten angeboten wird. Dafür übernimmt das Projekt bewusst die Sprache, Ästhetik und Versprechen spiritueller Online-Formate und überspitzt sie künstlerisch.
Der Audiowalk macht Widersprüche erfahrbar: zwischen „Digital Detox“ und Smartphone-Nutzung, zwischen Heilsversprechen und Geschäftsmodell, zwischen Self-Care und Selbstoptimierung. Digitale Ästhetiken treffen dabei auf die physische Erfahrung der Stadt. Parks, Straßen, Plätze und Übergangsräume werden zu temporären Räumen der Selbstbeobachtung, Irritation und Reflexion.
Healing from Healing versteht sich nicht als Ablehnung von Spiritualität oder Achtsamkeit, sondern als künstlerische Untersuchung ihrer Rolle innerhalb einer zunehmend digitalisierten, monetarisierten und individualisierten Gegenwart.
Healing from Healing ist ein Projekt von Julia Jenewein | www.julia-jenewein.com – Idee, Konzept, Text und Stimme, das im Rahmen des Arbeitsstipendiums 2025 des Landes Tirol entstanden ist. Die Umsetzung wurde mithilfe von Clélia Beck | www.clesign.cc – Konzeption, sowie Arik Gailis | www.arikunmuted.de – Recording, Mastering und Sounddesign über den Verein subvolée realisiert.
Wir bedanken uns bei der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol für die Unterstützung.
Die subvolée ist ein Verein für (sub-)kulturellen Diskurs und Performance. In humorvoller Anlehnung an den Begriff „Hautevolée“ hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, die engagierte und vielfältige Innsbrucker Subkultur sichtbar zu machen und zu feiern – ein Hoch auf die „Subvolée!“ sozusagen.
Besonders wichtig ist dem Verein die Zusammenarbeit von FLINTA*-Künstler:innen unterschiedlicher Sparten, die Bespielung subkultureller Räume sowie die Auseinandersetzung mit Tirol aus einer weiblichen* Perspektive – insbesondere in Bezug auf Tradition, Brauchtum und gesellschaftliche Rollenbilder. Die Projekte entstehen intermedial und basieren häufig auf Recherche, Interviews und dokumentarischen Materialien.
Die subvolée wurde von der Regisseurin und Performerin Julia Jenewein, der Theatermacherin und Performerin Sarah Plattner sowie der Bürokauffrau und Aktivistin Melanie Baumgartl gegründet.
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